Steile Gassen und verschachtelte Ziegeldächer klettern die Hänge hinauf und romanische Kirchtürme ragen aus einem Gewirr goldgelber Fassaden empor. Die Dörfer der Drôme thronen oft oben auf dem sicheren Berg, denn der Landstrich war immer wieder von feindlichen Invasionen bedroht.
KÜNSTLERBLEIBE MIT BLICK
Am schönsten ist es Mirmande im Frühjahr zu besuchen, wenn seine hellgrauen Steinhäuser blühende Obstbaumplantagen überragen. Die alten Gemäuer hatten es schon dem kubistischen Maler André Lhote angetan, der hier ab 1924 alljährlich ein Sommeratelier installierte und den Ort damit vor dem Verfall rettete. Heute wuchert dichter Efeu über die renovierten Fassaden, blaue Iris und rosa Malven setzen Akzente und von der romanischen Kirche Sainte-Foy reicht der Blick über das Rhônetal bis weit ins Zentralmassiv.
Stolzes Maltesererbe
Die hellen Fassaden von Poët-Laval heben sich von dunkler Waldkulisse ab und werden vom mächtigen Burgturm der ehemaligen Malteser-Komturei gekrönt. Gewundene Gassen führen zu versteckten Kunsthandwerkern, dem Kulturzentrum Raymond-du-Puy, wo zeitgenössischen Kunst gezeigt wird, und dem Museum des Protestantismus. Genießer werden es sich im Gasthof „Les Hospitaliers“ gut gehen lassen und müssen dann unbedingt die lokale Ziegenkäsespezialität, „Picodon“, kosten.
Aus einem mittelalterlichen Bilderbuch
Das Städtchen La Garde-Adhemar war einst Garnisonsposten der Grafen Adhemar und konnte sich sein mittelalterliches Ambiente bewahren. Eine solide Stadtmauer und mächtige Stadttore geben dem hoch über dem Rhônetal gelegenen Städtchen weiterhin einen wehrhaften Anstricht, während die alten Arkadenläden heute ausgefallenes Kunsthandwerk bieten. Der elegante Glockenturm von Saint-Michel ist schon aus weiter Ferne auszumachen und das Gotteshaus gilt als eine der schönsten romanischen Kirchen der Provence.
Die alte Steinbruch-Stadt
Die Strasse schlängelt sich durch die Macchia hinauf und Saint-Restitut baut sich allmählich auf: von Hand gefertigte Mäuerchen, geschnitzte Haustüren und olivgrüne Fensterläden an ausgebleichten Fassaden. Am Kirchplatz stehen hohe Kastanienbäume und das Portal ist von zwei antiken Säulen flankiert. Noch schöner ist der fein gearbeitete Figurenfries, der den angrenzenden Totenturm schmückt. Geradezu gigantisch muten dagegen die unterirdischen Gewölbe der ehemaligen Steinbrüche an, in denen heute kilometerlange Weinkeller untergebracht sind.