Thymian, Rosmarin, Minze und Lavendel … sind wohl die bekanntesten Aromapflanzen. Insgesamt gedeihen jedoch an die 200 Sorten in der Hochprovence und das Département Drôme ist in Frankreich der wichtigste Produzent der duftenden Kräuter. Auch in Sachen Lindenblüten belegt man den ersten Platz, denn 90 Prozent des Lindenblütentees -„Tilleul“ – kommen aus der Gegend von Buis-les-Baronnies.
Qualmende Schornsteine stoßen duftende Schwaden aus und hoch bepackte Anhänger karren bläuliche Gräser über die schmalen Landstrassen. Die Lavendelernte lässt verschlafene Provencedörfer zu ungeahnter Betriebsamkeit erwachen und stülpt dem Land eine wohl riechende Kappe über. Am schönsten ist die Landschaft, wenn die Felder im Sommer knallblau leuchten, geometrisch wirkt sie im Herbst, wenn die geschnittenen Büschel ihr Muster in die Täler malen und sanft gibt sie sich, wenn im Frühjahr helles Grün aus den runden Kuppen sprießt.
Über duftender Routen
Lavendelseife, Lavendelöle und duftende Säckchen um Motten den Garaus zu machen, schmackhaftes Lavendeleis und Schokomousse mit Lavendelblüten dekoriert… die Nutzung von „Lavandula angustifolia“ ist fast unbegrenzt. Wer alles über Produktion, Destillation und Verarbeitung lernen will, begibt sich am besten auf eine der Lavendelrouten der Drôme. Am Wegesrand liegen Museen und Lavendelbauernhöfe, man kann Destillateuren zuschauen, oder in Hobby-Ateliers lernen, wie die duftenden Essenzen zu Seife und Massageöl verarbeitet werden.
GUT FÜR DEN MAGEN
Breit ausladende Baumkronen sind mit hellgelben Blüten bestückt und verströmen süßlichen Duft, dazu erfüllt dumpfes Summen die Luft, wenn sich im Frühsommer ganze Bienengeschwader über die honigsüßen Lindenblüten hermachen. Die Drôme kann stolze 30 000 Linden vorweisen und Jahrzehnte lang wurden auf dem Markt von Buis-les-Baronnies der Kurs für Lindenblüten in der ganzen Welt etabliert. Inzwischen hat das Internet auch hierzulande pittoreske Bräuche abgelöst, aber immer noch kann der Tourist den Pflückern zusehen, wenn sie in mühsamer Tagesarbeit 10 Kilo ernten. Insgesamt holen sie pro Jahr rund Tonnen von den Bäumen.