Murmeln im Dörfchen Mirabel-et-Balcons, Seidenraupen in Saillans und Windräder im Rhônetal; dazu Schuhe, Seide, Krokodile und ein „naiver“ Palast… die Palette der Museen ist breit gefächert.
EIN STEINERNER FEENPALAST
Götter und Dämonen, Grotten, Türmchen und Minarette, das „Palais Idéal“ des Landbriefträgers Cheval in Hauterives ist ein chaotischer Stilbasar und zugleich exzentrisches Monument naiver Baukunst. Angefangen hatte alles mit einem Sturz über einen Tuffsteinbrocken, dessen Form dem zukünftigen Baumeister gefiel. Dann schuf er in 10 000 Tageswerken von 1879 bis 1912 seinen Traum von der großen Welt, mit Hindutempel, Berberburg und antikem Säulentor. Gaudi stand Pate, ebenso wie die avantgardistischen Bauten der Pariser Weltausstellungen um 1900.
SCHUHMUSEUM IN KLOSTERZELLEN
Ägyptische Sandalen, gallische Holzpantinen und hochhakige Chopines aus dem Venedig des 16. Jahrhunderts; solide Stiefel von Musketieren und Postillionen, reich besticktes Seidenschuhwerk von Prinzen und Königen, sowie zahlreiche Kreationen so berühmter Schuhmacher wie Perugia, Massaro und Pfister. Das Internationale Schuhmuseum in Romans besitzt einen Fundus von 13 000 Modellen aus aller Welt und erzählt in 18 ehemalige Klosterzellen die Geschichte der menschlichen Fußbekleidung von ihren Anfängen bis heute.
VON DER RAUPE ZUM SEIDENTUCH
Kleine Einfädler aus Porzellan, altmodische Haspeln zum Aufwickeln der Kokonfäden, von Hand betriebene Zugwebstühle und ratternde Jacquard-Maschinen verdeutlichen im Museum von Taulignan den mühsamen Vorgang der Herstellung von Seidenstoffen. Der gesamte Fabrikationsprozess, von der Seidenraupenzucht bis zum fertigen Halstuch, wird an Hand von Fotos, Dokumenten und unzähligen Exponaten verdeutlicht. Besonders anschaulich sind die vielen funktionierenden alten Maschinen.
DIE FERME AUX CROCODILES
Nilkrokodile, Ganges-Gaviale und Mississippi-Alligatoren bevölkern ein 8000m² großes tropisches Gewächshaus mit afrikanischem Ambiente. Als Luc Fougeirol vor 12 Jahren 335 Krokodile in Südafrika erstanden hat, um sie im Rhônetal heimisch zu machen, hat so mancher Bankier seine Zweifel gehabt. Heute leben insgesamt 450 Krokodile und mehrere Riesenschildkröten in Pierrelatte und das Tropenhaus hat sich einen Namen bei Touristen, aber auch bei Reptilienforschern gemacht und konnte unlängst sogar die glückliche Geburt von 12 Brillen-Kaimanen bekannt geben.